El bailarin

Trainerinnen: Dana Lumpp, Alexa Dietscher

07.02.2005 Im Dschungel – da steppt der Gorilla

07.02.2005_1Afrikanische Priester auf Drogen, gefräßige Kannibalen und ein Mann im Ganzkörperkondom – das alles gab es bei den Prunksitzungen der Jagsttalnarren in Züttlingen. Zum Motto Urwald steppte der Gorilla.

Der Kannibalen-Vater und sein Sohn suchen was Essbares. Da kommt prompt ein Touristenpaar vorbei. Die Frau wird sogleich gegen die eigene Ehefrau eingetauscht. Der Mann, ein Schmetterlingsjäger, wird in den Kochtopf gesteckt, doch seine ungewaschenen Unterhosen verderben die Suppe. Vor lauter Hunger wirft der Kannibale seinen Sohn ins kochende Wasser. Das Gericht: Kinderschnitzel mit Pommes.

Selbstgeschriebene Sketche wie dieser, gute Musik und jede Menge Unsinn sorgen für Stimmung. „Im Jagsttal tanzt der Kannibale – zum Urwald-Fasching heut im Saale“ lautet das Motto und die 220 Gäste in der Lindenhalle haben das ernst genommen. Efeu rankt sich um den Kopf, Leopardenfell bedeckt die nötigsten Körperteile. Natürlich haben sich im Züttlinger Dschungel auch Zombies, Piraten und Punks verirrt. Die werden von den kannibalischen Kollegen mit echten Hähnchenknochen um den Hals gierig beäugt.

Oben auf dem Podest schwitzt der Elferrat im Scheinwerferlicht. Es ist halt tropisch im Dschungel. Da ziehen die Krawallos ein, die vereinseigene Kapelle. Die Menge tobt. Das Applaus-Barometer steigt von Rot über Gelb auf Grün. Doch am lautesten schreit es am Tisch der Oedheimer. Die fordern auf alles eine Zugabe, und sei es von der Anmoderation. Julia Denzer, 17, ist eine von diesen stimmkräftigen Narren. Seit vier Jahren kommt sie zur Prunksitzung. „Die Jagsttalnarren sind besser als alle anderen“, schreit sie.

07.02.2005_2Die Band „Dreiländer-Trio“ haut in die Tasten, die Vereins-Zwerge zeigen enthusiastisch ihren Gardetanz. Die etwas älteren Girlies schwenken die Hinterteile. An Eyeliner wurde nicht gespart, am Material für die Röcke schon. Mit prächtigem Federkopfschmuck und Paillettenkostümen zeigen sie, was Samba ist.

Manfred Föll und Markus Harrer halten zotige Büttenreden. Die von Harrer – er ist der Billy Boy und trägt ein Ganzkörperkondom – ist so schlüpfrig, dass keiner seiner Sprüche hier wiedergegeben werden kann.

Helau, da zieht das Männerballett „Züttlinger Men Power“ ein. „Die können mit den Chippendales mithalten“, verspricht Tamara Salau, die zum ersten Mal den Elferrat präsidiert. Nun, ein klein wenig hat sie übertrieben.

Bei aller Fröhlichkeit: hinter den närrischen Abenden steckt viel Arbeit. Seit einem dreiviertel Jahr wurde geschrieben, geprobt, gewitzelt. Am Donnerstag war Altweiberfasching, am Freitag die erste Prunksitzung, am Samstag die zweite, am Sonntag Kinderfasching, am Montag ist Abbau, am Dienstag Umzug in Gundelsheim. Schlafen, Fasching, Schlafen, Fasching, „das ist ein guter Rhythmus“, findet Vereinskassier Marcel Kirchner. „Eine harte, aber schöne Zeit“, meint auch Peter Frischbier, der als Vereinspräsident mit Charme und Humor durch den Abend führt.

(von Sonja Hoegen)

http://www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/kocher-jagst/top1-Im-Dschungel-da-steppt-der-Gorilla;art1908,484109

03.02.2005 Kannibalen in der Lindenhalle

„Im Jagsttal tanzt der Kannibale – zum Urwald-Fasching heut im Saale“ heißt das Motto der fünften Jahreszeit bei den Jagsttalnarren in der Züttlinger Lindenhalle.

Die Kampagne 2005 startet am heutigen Altweiberfasching. Es spielen um 20 Uhr die Fidelen Buam aus Berlichingen.

Die erste Prunksitzung findet am Freitag, 4. Februar, statt, die zweite folgt am Tag darauf. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Ein mehrstündiges Programm haben sich die fidelen Jagsttäler einfallen lassen, um ihr Publikum zu unterhalten.

Am Sonntag kommen schließlich die kleinen Narren auf ihre Kosten. Um 14 Uhr wird mit Helau Kinderfasching gefeiert.

(bab)

http://www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/kocher-jagst/sonstige-Kannibalen-in-der-Lindenhalle;art1908,482023

15.11.2004 Bürgermeister taugt nicht für heißen Topf

15.11.2004Einen eindrucksvollen Vorgeschmack auf die kommende Faschingssaison bekam Möckmühl schon mal jetzt bei der Rathausstürmung durch die Jagsttalnarren. So marschierte die gelb- grün gewandete Narrenkapelle am unteren Marktplatz auf.

Begleitet wurde sie von etwa zehn Jecken, die ein riesiges schwarzes Siedefass mitführten und sich als Kannibalen ausgaben. Auf der Suche nach einer geeigneten Suppeneinlage, fiel die Wahl zunächst auf ein halbwüchsiges Bürschchen, an dem nach dem Befund der Medizinfrau, verkörpert von Dagmar Frischbier „nix dra isch“.

Um nicht den Zorn von „Narinero“, wohl einem Überwesen der Kannibalen, auf sich zu ziehen, wurde weiter gesucht. Natürlich war jetzt der Bürgermeister dran. Einige schwarz gekleidete Gestalten mit Zöpfchenperücke und buntem Baströckchen stürmten die Rathaustreppe hinauf und holten Ulrich Stammer direkt vom Schreibtisch weg. In sein Schicksal ergeben, trug der schon freiwillig den überdimensionalen Rathausschlüssel bei sich.

Nun hieß es einsteigen in den von glühenden Kohlen geheizten Kessel. Um dem Stadtoberhaupt diesen schweren Schritt zu erleichtern, war eine Trittleiter angestellt worden.

Kritisch wurden jetzt die Öhrle, die Speckröllchen und alles was sonst noch so dran ist auf Suppentauglichkeit geprüft. Die Medizinfrau war überhaupt nicht begeistert. – Glück für Stammer, denn ihm blieb ein heißes Bad erspart. Stattdessen dufte er Bonbons an die Kinder verteilen. Allerdings nicht bevor er seinen goldenen Schlüssel an die Jagsttalnarren abgetreten hatte.

Applaus, Musik und ein Glühwein beziehungsweise Kakaoumtrunk beendete dieses abendliche Spektakel auf dem Marktplatz, das unter der strengen Aufsicht von Hex (Doris Frischbier) und Hexle (Denise Knäbel) vonstatten ging.

(von Cordula Dürr)

http://www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/kocher-jagst/auswahl2-Buergermeister-taugt-nicht-fuer-heissen-Topf;art1908,435327

27.02.2004 Tolle Tänze, Büttenreden und rülpsende Ritter

Viel Musik und tolle Tänze gab es bei der ersten Prunksitzung der Jagsttalnarren in diesem Jahr. In einer nur halb voll besetzten Lindenhalle in Züttlingen zeigten insbesondere die Närrinnen der Tanzgruppen, dass sie sich gut für die Saison vorbereitet hatten.

Der Abend lief unter dem Motto „Macht mit ihr Narren, seid bereit zum Jagsttal-Fasching-Ritterzeit“. Mit viel „Tschingdarassabum“ ging es gleich nach der Begrüßung von Narrenpräsident Peter Frischbier los.

Die Krawallos, die Kapelle der Jagsttalnarren, hauten zum Einmarsch von Sitzungspräsident Wolfgang Brunner kräftig auf die Pauke.

Mit Witz und Charme begrüßten die Hex und Hexle die Gäste. Die beiden Symbolfiguren sind Tradition und gehören schon seit Jahren zu den Züttlinger Karnevalisten. Die Tänze gehörten an diesem Abend zu den Höhepunkten.

Die Jagsttalzwerge begannen den Reigen der tollen Vorführungen. Die Gardetrainerinnen Sina Harrer und Kathrin Köller hatten mit den Mädchen schwierige Tänze eingeübt. Trotzdem schafften es die Kleinsten des Vereins synchron zu tanzen.

Gewohnt souverän zeigten sich die Jagsttal-Girlies. In mittelalterlichen Kleidern fetzten die Schützlinge der Trainerinnen Heidi Föll und Elke Roder in einem ritterlich-modernen Mix über die Bühne.

Herrliche Kostüme, eine hervorragende Leistung der Tänzerinnen und der Einsatz von Bunt- und Schwarzlicht von Techniker Thomas Michalik machten den Tanz der Zuckerpuppen zu einem echten Erlebnis.

Melanie Schüssler und ihr Team brachten für kurze Zeit als Vampire eine schaurig-gruselige Stimmung in die Lindenhalle. Ebenfalls als Vampire begeisterten wieder die Outcast-Dancer aus Merchingen. Sylvia Scheuermann und Karin Albrecht hatten das gleiche Thema völlig anders, aber nicht weniger begeisternd einstudiert.

Alle Tanzgruppen mussten Zugaben zeigen. Dies galt auch für das Männerballett Menpower. Zunächst standen die harten Jungs als Ritter auf der Bühne, dann machten sie einen Streifzug durch Rockmusik und Liebeslieder und standen am Ende in Liebestötern da.

Die Krawallos brachten zwischendurch Stimmung in die Bude. Markus Harrer sang Faschingslieder. Danach stieg Harrer in die Bütt und erzählte, wie schwer es ein werdender Vater hat.

Manfred Föll führte in der Bütt ein Telefongespräch mit dem Bundeskanzler. Hoffentlich kommt nicht alles so, wie es bei diesem Telefonat anklang. Mario Kirchner zeigte eine Playbacknummer.

Richtig ritterlich wurde es bei einem Sketch. Der Götz von Berlichingen und seine Ritter beschwerten sich, dass die Gäste in der Halle das Gastrecht missachtet hätten. Der Grund dafür: Sie hätten nach dem Essen die Frage der Rittersleut|2, die da lautet, „Warum rülpset und furzet ihr nicht?“, nicht richtig beantwortet.

(von Rainer Köller)

http://www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/kocher-jagst/top1-Tolle-Taenze-Buettenreden-und-ruelpsende-Ritter;art1908,269114